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Ivestition in die Zukunft

„Unsere Auszubildenden sind unsere Visitenkarte!“ – Klare Worte von Ausbildungsleiterin Leila Shademani zum hohen Stellenwert, den Ausbildung bei avendi genießt. Klar: Der Nachwuchs ist die Zukunft der Pflege.

Ob avendi deutschlandweit der einzige Träger mit einer zentralen Ausbildungsleitung ist, wissen wir nicht. Dass diese übergeordnete Position aber neu und ungewöhnlich ist, steht außer Zweifel. Seit Oktober 2017 ist Leila Shademani die strategische Schaltstelle für alle Fragen und Konzepte rund um die Ausbildung, die Auszubildenden und die Praxisanleiter.

Um zu verstehen, was Leila Shademani antreibt, braucht es einen Blick auf ihre eigene Geschichte. Leila Shademani stammt aus dem Iran. Hier hat sie Krankenschwester studiert und anschließend in einem großen Krankenhaus gearbeitet. „Die Ausbildung im Iran ist ganz anders“, erklärt sie. „Wir werden in allen Bereichen ausgebildet.“ 2004 kam sie nach Deutschland. Hier erfuhr sie vom Studiengang „Pflegemanagement“. Die erste Hürde – das Deutschlernen – war bald genommen. Es folgte das Studium, eine WBL-Stelle in einem Seniorenheim, eine Anstellung beim MDK Bayern als externe Qualitätsprüferin. Dann wieder QM, Trainee für HL und PDL, ZQM, Krisenmanagement. Nun also ZQM und Ausbildungsleitung bei avendi. Mit dabei: Viele Jahre Berufserfahrung und die Erfahrung von guten Einrichtungen und schlechten – gar krisenhaften – Heimen.

Das „System avendi“

Was ist das Besondere am „System avendi“? „avendi ist besonders gut ausgestattet“, erklärt sie. In jeder Einrichtung gebe es einen Praxisanleiter, manchmal sogar mehrere. So kann avendi die Ausbildung mit hoher Qualität und einheitlichen Standards anbieten. Ein paar Zahlen: Derzeit bildet avendi 130 Personen aus, ab Herbst werden es 140 sein. Die Abbrecherquote ist gering, sie liegt nur bei rund zehn Prozent. Andere Träger verzeichnen weit höhere Quoten. „Meist sind das Menschen, die nicht wirklich wussten, was sie eigentlich machen wollen“, so Shademani. Die Gründe liegen im Betrieblichen wie im Privaten. „Viele sind jung und kommen mit anderen Vorstellungen in die Pflege. Und dann sind sie überrascht und enttäuscht. Sie brechen meist im ersten Ausbildungsjahr ab.“ Ein Grund, genauer auszuwählen? „Ja, wir schauen genauer hin, wen wir zulassen. Das Alter ist dabei eher kein Kriterium: Bei willigen und lernfähigen Menschen höheren Alters sagen wir bestimmt nicht Nein.“

Bewerber zu finden, ist in den großen Städten im Westen leicht. Viele junge Menschen mit Migrationshintergrund zieht es in die Pflege. Im Osten, im Raum Dessau, fehlen diese jungen Leute. Hier sind Ausbildungsplätze vakant. Wenn Azubis es wünschen, werden sie selbstverständlich übernommen. Doch manche suchen nach dem Examen eine neue Herausforderung, etwa im ambulanten Bereich oder in Reha-Einrichtungen. Verständlich, aber: „Die Guten wollen wir halten und tun viel dafür!“.

Waffe gegen den Fachkräftemangel

Die berühmten 13.000 Pflegefachkräfte, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn versprochen hat, wachsen nicht auf Bäumen. Eine Idee ist die Qualifizierung von Pflegehelfern. Leila Shademani sieht diese Möglichkeit auch für avendi, relativiert aber: „Einige wollen sich nicht weiterqualifizieren, aus gesundheitlichen oder Altersgründen. Manche interessieren sich aber alternativ für die Qualifi zierung zur Betreuungskraft. Da sagen wir ebenfalls nicht Nein.“

Das Problem bei der Pflegehelfer-Qualifizierung: „Um die dreijährige Ausbildung finanziert zu bekommen – etwa über WEGEBAU –, müssen die Menschen erst zur Agentur für Arbeit und einen berufspsychologischen Test bestehen. Das ist schon eine Hürde.“ avendi unterstützt: Wird die WEGEBAU-Förderung nicht sofort bewilligt, übernimmt avendi das Gehalt im ersten Ausbildungsjahr. Bei einem Durchschnittsergebnis von 2,5 kann WEGEBAU mit großer Aussicht auf Erfolg erneut beantragt werden. Manche Pflegehelfer haben noch Probleme mit der deutschen Sprache – hier zahlt avendi unter Umständen den Sprachkurs.

Alles neu und besser?

Es herrscht Aufbruchstimmung in der Pflegebranche. Noch weiß niemand, wohin die Politik läuft – daher sind die kritischen Stimmen lauter als die mitreißenden. Ein Punkt, der von vielen Pflegekräften sehr negativ gesehen wird, ist für Leila Shademani eine echte Chance: die Akademisierung. „Ich sehe das so: Wir brauchen akademisch ausgebildetes Pflegepersonal. Viele Länder haben das bereits. Zwar gibt es in Deutschland auch jede Menge Pflegestudiengänge, aber die Pflegekultur ist eine ganz andere: In Deutschland studieren die Menschen, weil sie nicht in die Pflege wollen. In anderen Ländern bilden diese Menschen die Gruppe zwischen Pflegefachkraft und Arzt.“ Ob in Indien oder in Schweden: Die Kompetenz dieser „akademisierten Pfleger“ ist weit höher, die Kommunikation mit den Ärzten läuft reibungsloser, die Pflegeberufe sind aufgewertet. „Eine Aufgabe des Gesetzgebers, diese neue Gruppe innerhalb des Berufsfeldes einzuführen“, findet Leila Shademani.

Ähnlich die Generalistik. Eigentlich würde sich dadurch die Kompetenz für die Pflegeberufe erhöhen. Jedoch stehen die Ausbildungsinhalte längst noch nicht fest, Schulen und Träger sind unsicher. Und es bleibt die Sorge, dass die Menschen nach einer generalistischen Ausbildung ins Krankenhaus gehen, wegen der besseren Entlohnung und der größeren Vielfalt der Arbeitsbereiche. „Auch hier: Die Möglichkeit, dem vorzubeugen, ist, die Altenpflege besser zu stellen.“

Zurück zu avendi. Welche Aufgaben hat Leila Shademani sich vorgenommen? Systematisch, wie sie ist, hat sie die Vereinheitlichung von Prozessen im Blick: „Die Praxisanleiter arbeiten verschieden, einfach weil die Menschen unterschiedlich sind. Das sollten wir mehr vereinheitlichen. Wir werden vermehrt den Blick auf die Prozessbeschreibung richten. Vielleicht unterstützen wir das mit Links zu Youtube, damit man dort sehen kann, wie es funktioniert.“