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Die Geschichte vom Ei

Ein milder Herbsttag in Mannheim. Feel Good Managerin Rafaela Schmitt war wie jeden Montag unterwegs im CentroVerde. Das a-Team durfte sie begleiten...

Montagvormittag im CentroVerde. Frühstück auf dem Wohnbereich Neckar, dem geschützten Bereich. Antje belegt sich ein Brötchen und plauscht mit den Kollegen. Eigentlich hat die Pflegefachkraft in dieser Woche Urlaub, trotzdem hat sie eine große Tüte Brötchen, Zeit und gute Laune mitgebracht. „Das gemeinsame Frühstück ist Routine bei den Teams im Centro- Verde. Das finde ich klasse, denn es schafft den Raum für Gemeinschaft und Austausch“, fängt Rafaela Schmitt an. Sie ist an jedem Montag zwischen 10 und 14 Uhr in der Mannheimer Einrichtung unterwegs. Präsenzzeiten nennt sie das: Eine Zeit, in der sie für alle Mitarbeiter der Einrichtung direkt ansprechbar ist. Antje ist glücklich mit diesem Angebot: „Man kann mit ihr Dinge besprechen, die einen bedrücken und das wichtigste dabei ist, dass sie neutral bleibt“, findet Antje. Und fügt noch eine Anekdote bei, die ihr in Erinnerung geblieben ist: „Einmal wollten wir frühstücken, hatten aber keine Eier. Rafaela war im null Komma nichts verschwunden und kam mit einer Schachtel voller bunter Eier wieder zurück, die sie bei der Küche für uns erworben hatte.“

Kommunikation stärken

Diese kleine Geschichte spiegelt natürlich nur einen Bruchteil dessen wider, was die Präsenzzeiten ausmachen und wozu sie gedacht sind: Es geht um Sichtbarkeit, Transparenz, ein offenes Ohr und echtes Interesse für die Arbeit, die Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeiter. „Manchmal ist das eben ,nur‘ eine Schachtel bunte Frühstückseier“, lacht Rafaela, „andere Male geht es um ,ernstere‘ Themen, die nicht mit schnellen Aktionen gelöst werden können. Die Mitarbeiter kommen mit den verschiedensten Anliegen auf mich zu, aber das Hauptthema ist definitiv die Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitern untereinander. In Teamsitzungen unterstütze ich dann die Teams darin, sich gemeinsam auf ,Spielregeln‘ des respektvollen Umgangs miteinander zu einigen. ,Wie wollen wir miteinander umgehen?‘ und ,Wie wollen wir den gemeinsamen Arbeitsalltag gestalten?‘ sind dabei nur einige der Fragen. Weitere Themen sind der Wunsch nach gleichberechtigter Behandlung innerhalb des Teams sowie der Wunsch nach Lob und Anerkennung für die geleistete Arbeit.“

Dann geht es auch darum, Ideen und Veränderungswünsche aufzunehmen, die die Mitarbeiter haben. Dieses Angebot gab es seitens avendi zwar schon seit Ende vergangenen Jahres, es wurde nur nicht so häufig wahrgenommen – weil keine echte Person dahintersteckte. Auf jedem Wohnbereich hingen beziehungsweise hängen Aushänge: Wenn Sie Wünsche oder Kritik haben, geben Sie sie gerne weiter. „Auf die Aushänge kommt nicht so viel Rückmeldung, als wenn man als Person direkt vor Ort ansprechbar ist“, erzählt Rafaela Schmitt. „Jetzt im persönlichen Gespräch nehme ich die Ideen der Mitarbeiter auf und gebe sie dann zügig an die entsprechende Stelle weiter, wo sie dann auf Machbarkeit hin geprüft werden.“

Erste Anregungen

Dennis, WBL des Wohnbereiches Neckar, erzählt von seiner Bufdi-Idee. „Ich würde mir mehr Bufdis wünschen. Im LanzCarré hat einer angefangen, das würde ich mir auch für uns wünschen, als Unterstützung für uns.“ Rafaela nimmt ihr Handy und wählt sich direkt zu ihrer Kollegin in der Zentrale durch, die ihr Auskunft darüber gibt, wer für die Einstellung der Bufdis zuständig ist. Das sind die Heimleiter. Schon weiß Dennis Bescheid, an wen er sich wenden kann, wenn er dieser Idee nachgehen möchte.

Konkreter ist schon die Idee mit der Kinderbetreuung. Schmitt: „Eine Mitarbeiterin kam auf mich zu und sagte: Sie sind doch Feel Good Managerin. Sprechen Sie doch mal bei der Geschäftsführung an, dass wir uns eine Kinderbetreuung wünschen. Rafaela Schmitt nahm den Wunsch also mit in die Zentrale. Hier wurde eine Projektgruppe gebildet, bestehend aus Mitarbeitern der Zentralverwaltung und Mitarbeitern der Einrichtung. Erste Gespräche mit der Stadt Mannheim laufen. Das Ergebnis ist noch offen.

Ein anderes Team aus dem LanzCarré hat sich Unterstützung erbeten für die Organisation eines internationalen Nachmittages, bei dem die Mitarbeiter selbstgemachte Gerichte aus ihrer Kultur mitbrachten. Ein weiteres Team kam auf sie zu, weil sich die Pflegekräfte einen eigenen Pausenraum wünschten, in den sie sich zurückziehen können. „Daraufhin haben wir uns zusammengesetzt und überlegt, was es für Möglichkeiten gäbe. Ich ermutige die Mitarbeiter immer, zunächst zu überlegen, was sie selbst tun können, als Team oder als Einzelner“, so Rafaela Schmitt.

Mittlerin und Impuls-Geberin

Die Beispiele verdeutlichen die Rolle, die die Feel Good Managerin nach einem dreiviertel Jahr bei avendi einnimmt: Sie ist Mittlerin zwischen den unterschiedlichen Bereichen, nach oben wie auch nach unten. Die Mitarbeiter schätzen sie für ihre Neutralität und nutzen ihre Gesprächsangebote gerne.

„Ich versuche, Impulse zu geben, zu zeigen, wie es gehen könnte. Ob die Mitarbeiter die gesetzten Impulse umsetzen oder weiterführen wollen, liegt in ihrer Verantwortung.“ Impulsgeberin zu sein ist Rafaela Schmitt enorm wichtig – ebenso wichtig findet sie, dass jeder Einzelne in Aktion tritt, um notwendige Veränderungen zu thematisieren und anzugehen. „Jeder kann, darf und soll auch einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der betreffenden Einrichtung leisten”, betont sie.

Wohnbereich Herzogenried, Centro- Verde. An der Wand hängt ein großes Plakat, auf dem handschriftlich Punkte aufgeführt sind, die in der alltäglichen Arbeit verbessert werden sollen. Es ist das Ergebnis einer Teamsitzung, die die WBL mit der Unterstützung von Rafaela Schmitt geplant und umgesetzt hat. Hier haben sich alle Mitarbeiter in Ruhe und konzentriert zusammengesetzt, um Probleme anzusprechen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. „Wir haben mit Zweiergruppen gearbeitet. In kleinen Gruppen kann man besser reflektieren – in größeren kommt meist weniger Feedback.“ Warum war die Teamsitzung nötig? Haben die Kollegen denn vorher nicht miteinander geredet? „Im Alltag fällt es oft schwer, sich in Ruhe Gedanken zu bestimmten Abläufen und Themen zu machen“, erklärt die Feel Good Managerin. Manchmal muss man heraustreten: Man braucht einen festgelegten Rahmen, Zeit und Ruhe, Moderation. Das Ergebnis, wie auf dem Plakat festgehalten, ist einfach und bestechend: Ein Plan, der klar strukturiert mehrere Punkte umfasst, wie eine To-do-Liste. In einigen Wochen oder Monaten soll das nächste Teamgespräch klären, ob er von allen getragen und umgesetzt wird.