Zum Inhalt springen

Cookies

Diese Webseite verwendet Cookies für Funktions-, Werbe- und Statistikzwecke. Cookies für grundlegende Seitenfunktionen, anonymisierte Statistiken und für Medien sind standardmäßig aktiviert. Bitte akzeptieren Sie dies durch Klick auf "Einverstanden"; alternativ können Sie die Einstellungen unter "Ändern" konfigurieren.

Notwendige Cookies

Benötigt für Formulare (Session-Cookies) und verbesserte Navigation.

Statistik-/Targeting-Cookies

inaktiv erlaubt
Wir verwenden Google Analytics für die Erhebung von anonymisierten Besucherstatistiken und für die Verbesserung unserer Inhalte. Außerdem verwenden wir die Analysedaten für zielgerichtete Werbung entsprechend Ihren Interessen bzw. bisher besuchten Inhalten unserer Website.

Medien-Cookies

inaktiv erlaubt
Erforderlich für Issuu-Artikel, Google Maps und YouTube-Videos.

Wohlfühlkultur im sozialen Sektor

 –  Aktuelles

Wohlfühlkultur im sozialen Sektor? Nach Auffassung von Patrick Weiss, Geschäftsführer der avendi Senioren Service GmbH, in der heutigen Zeit des Fachkräftemangels unerlässlich. Nur Mitarbeiter, die sich im Unternehmen, in ihrem Alltag, in ihrem Berufsleben wohlfühlen, die eine gute Work-Life-Balance erleben, sind jene, die gerne kommen – und bleiben. Vor dem Hintergrund der heute herrschenden staatlichen Regelwerke, großer Betreiberketten, die die Gewinnmaximierung im Visier haben, und dem immer brennenderen Fachkräftemangel erkannte avendi schon früh, dass eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung in der Pflegebranche besondere Grundlagen haben muss.

Die Pflege hat so ihre Eigenheiten. Auf der einen Seite stehen Kostenfragen: Es gibt kein vollständig abgestimmtes System zwischen Bund und Ländern und keine wissenschaftlich basierten Personalbemessungssysteme. Die Politik hat inzwischen erkannt, dass die Pflege am Abgrund steht. Eine umfassende Lösung scheint jedoch in weiter Ferne. Die Pflegekräfte indes fühlen sich ständig überfordert durch steigende pflegerische Anforderungen und immer weniger Zeit am Bewohner und am Kunden. Die Folge: zahlreiche Ausfälle durch Krankheit, Unzufriedenheit, Fluktuation, schlechtes Betriebsklima.

Werteorientierte Entwicklung

„Das ist ein Spagat, den wir Betreiber nicht abfedern können“, sah Patrick Weiss schon 2012, dass sich etwas grundlegend ändern muss: „Wenn die Rahmenbedingungen schon immer schwieriger werden, müssen wir eigene Antworten auf die Probleme finden.“ So wurde ein Prozess eingeleitet, der eine Strategie für erfolgreiche Arbeit in der Zukunft bringen und umsetzen soll. Nicht mehr zuallererst der Kunde, sondern die Mitarbeiter stehen im Blickpunkt. Zufriedene Mitarbeiter ergeben nämlich zufriedene Kunden. „Werteorientierte Organisationsentwicklung” heißt die Zauberformel. „Das bedeutet, die Bedürfnisse der Mitarbeiter möglichst optimal in Einklang zu bringen mit unternehmerischen und betrieblichen Anforderungen“, erläutert der Geschäftsführer. „In einem solch sensiblen Betätigungsfeld wie der Altenpflege sind unser wertvollstes Gut empathische Mitarbeiter, die mitdenken, sich mit dem Unternehmen identifizieren und sich im Sinne der Unternehmensziele engagieren. Und genau das wollen wir.” Die Frage lautet also: Was kann der Arbeitgeber tun, damit sich die Mitarbeiter bei uns wohlfühlen und längerfristig bei uns bleiben wollen? „Wir haben gesehen, dass Unternehmen mit einem offenen Ohr für die Mitarbeiter, die Mitgestaltung nicht nur zulassen, sondern fordern und fördern, besser aufgestellt sind für die Zukunft. Es ist ein Prozess, der einige Zeit benötigte, um in die richtigen Bahnen zu kommen.“ Das Umdenken in den Köpfen braucht eben Zeit. Mitarbeiter müssen erkennen: Ich darf mich hier einbringen, der Arbeitsplatz ist ein Teil von mir und ich kann ihn mitgestalten. Nicht zuletzt müssen aber auch Vorgesetzte lernen, Partizipation zuzulassen und anzunehmen.

Meilenstein erreicht

Alles wurde bei avendi auf den Prüfstand gestellt. Heraus kam ein Perspektivwechsel: Der Mitarbeiter als Mensch mit Bedürfnissen steht seither im Fokus. In einem weitreichenden Prozess, in den Mitarbeiter aus allen Ebenen eingebunden waren, ging es mit vielen kleinen Schritten, aber auch regelrechten Meilensteinen voran. Sicht- und spürbares Ergebnis nach innen und außen: Die Unternehmenswerte wurden komplett entstaubt und neu definiert. Seit 2017 sind sie nun in allen Einrichtungen nachzulesen: Menschlichkeit, Loyalität, Ehrlichkeit, Wertschätzung, Vertrauen und Toleranz geben den Rahmen für das tägliche Tun und die Richtung für den weiteren Entwicklungsweg. Nun stand das Unternehmen vor der großen Aufgabe, den neuen Kurs bis an die Basis zu bringen. „Wir sind auf dem Weg, unsere erklärten Werte zu verinnerlichen und sie konsequent vorzuleben. Wir bemühen uns um eine offene Gesprächs- und Fehlerkultur, um ein erlebbares Miteinander“, so Weiss. Es galt nun, das weiterzutragen. Führungskräftetrainings sensibilisierten zunächst Heim- und Pflegedienstleiter, mittlerweile auch Wohnbereichsleitungen, für die Wertethematik und gaben ihnen Know-how und Rüstzeug in Kommunikation, Konfliktmanagement und Teamführung. Und das trug Früchte: Die Mitarbeiter lassen sich zunehmend vom neuen avendi-Spirit begeistern.

Mitreden und mitgestalten

Kommunikation auf Augenhöhe, Transparenz, Vertrauen, ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte, Konfliktvermeidung und -lösung, Fehlerkultur, ein gutes Betriebsklima und Mitarbeiterzufriedenheit – das war der Mix für die neue Marschrichtung. „Wir haben einfach daran geglaubt, dass das Unternehmen erst dann komplett ist, wenn die Mitarbeiter als unser wichtigstes Gut mitreden und mitgestalten dürfen, damit eine gegenseitige Befruchtung unterschiedlichster Perspektiven stattfinden kann und das Unternehmen als solches voranbringt“, so Patrick Weiss. „Heute erkennen und nutzen wir Talente und Stärken, schöpfen Potenziale aus, setzen alles daran, Grundbedürfnisse wie Verbundenheit und Zugehörigkeitsgefühl zu befriedigen, stellen Rahmenbedingungen für soziales Engagement her und geben Impulse, Partizipation zu ermöglichen.“

Und avendi ist auf einem guten Weg. Die neue Willkommenskultur macht es „Neuen“ leicht, in den Teams anzukommen. Die Bonuskarte honoriert besondere Leistungen der Mitarbeiter. Teamevents fördern das Miteinander und die Kommunikation. Vorschläge zu Verbesserungen sind höchstwillkommen und werden auf Umsetzung und Machbarkeit hin geprüft.

Feel Good Management

Um die Durchlässigkeit und das neue Miteinander weiterhin aufrechtzuerhalten, ging avendi noch einen Schritt weiter und machte sich auf die Suche nach einer Feel Good Managerin – ein Novum in der Pflegebranche. Sie soll nicht verlängerter Arm der Geschäftsführung sein, sondern vielmehr offenes Ohr für die Wünsche und Belange der Mitarbeiter und als solche einen beständigen Informations- und Kommunikationsfluss herstellen vom einzelnen Mitarbeiter über das Team und die Einrichtung bis hin zur Führungsebene und die Organisation als Ganzes.

Was in Start-up-Unternehmen der IT-Branche, des E-Commerce oder der Kreativwirtschaft heute nichts Neues ist, ist im sozialen Sektor noch weitgehend unbekannt und vielfach zunächst belächelt: Feel Good Manager kümmern sich darum, dass sich Mitarbeiter wohlfühlen. Sie sind nah am Mitarbeiter, sorgen für ein Umfeld, in dem sich Mitarbeiter angenommen und gehört fühlen, sind mal Seelentröster, mal Bestärker, mal Initiator teambildender Maßnahmen, mal Vermittler bei Problemen im Team, aber auch bei Aufgaben, mit denen Arbeitnehmer Tag für Tag kämpfen, über die Hierarchien hinweg.

„Hüterin" der Unternehmenskultur

Bei avendi hat Feel Good Managerin Rafaela Schmitt nun neben diesen noch weiterreichende Aufgaben. Sie sorgt dafür, dass die werteorientierte Unternehmenskultur, der avendispirit, an der Basis ankommt. In Workshops vermittelt sie den Mitarbeitern über alle Ebenen hinweg die neue Kultur und setzt alles daran, ihnen die Freude an der Arbeit zu erhalten. Für alle 25 Betriebsstätten von avendi besteht die Möglichkeit, Teamsitzungen anzufragen, falls sie Bedarf sehen. Rafaela Schmitt: „Ich habe ein offenes Ohr für jeden und alles. Ich biete den Raum für Gespräche, unterstütze bei Konflikten und fördere ein Miteinander, das von Wertschätzung, Selbstverantwortung und Respekt geprägt ist. Ich sehe mich als atmosphärischer Interessenvertreter der Mitarbeiter und in gewissem Sinne ,Hüterin‘ und ,Co-Initiatorin‘ der avendi-spezifischen Unternehmenskultur.“ Die Feel Good Managerin leistet einen wertvollen Beitrag zum besseren Miteinander und zur Inspiration der beständigen Weiterentwicklung – in den Teams, teamübergreifend, aber auch für jeden persönlich.

Sinnhaftigkeit und Wertschätzung sind die entscheidenden Faktoren für die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Zufriedene Mitarbeiter sind bessere Mitarbeiter – sie setzen sich für den Arbeitgeber und nicht zuletzt dafür ein, dass es unseren Bewohnern und Kunden gut geht. Das ist für avendi die Erfolgsformel, gerade im sozialen Bereich. „Die Grundstimmung im Unternehmen muss stimmen – auf ehrliche Art und Weise“, ist Patrick Weiss überzeugt. avendi nimmt diese Vorreiterrolle in der Pflegebranche gerne und voller Überzeugung ein.

Positiver Auftakt

Erste Früchte trägt das Projekt „Werteorientierte Organisationsentwicklung“ in vielen Bereichen bereits. Feel Good Managerin Rafaela Schmitt ist gern gesehener Ansprechpartner bei den Mitarbeitern, die Teams wachsen zusehends zusammen. Workshops zum Thema „Werte leben bei avendi“ werden derzeit im LanzCarré durchgeführt. Daraus soll sich eine durchgängige offene Kommunikation über alle Ebenen hinweg entwickeln. „Unsere Ideen, Visionen und Wünsche für eine gelingende gegenwärtige und zukünftige Zusammenarbeit verbreiten sich“, beobachtet Patrick Weiss. Die Mitarbeiter identifizieren sich zunehmend mit dem neuen avendi-Spirit – und tragen ihn auch nach außen. Mit sichtlichem Stolz berichten sie im Freundesund Familienkreis von ihren positiven Erfahrungen in „ihrem a-Team“, in Foren und in den sozialen Medien treten sie für das Unternehmen ein. Und sie freuen sich über die offenen Ohren. Wenn Feel Good Managerin Rafaela Schmitt in den Einrichtungen unterwegs ist, schnappt sie viele Ideen auf – wie die des Wunschs nach einer Kinderbetreuung im CentroVerde. Ihre Impulse zeigen Wirkung: So ist man in der Führungsebene beispielsweise von der Einführung eines „Ranking-Instruments“ abgekommen. Angedacht war dieses, um die Einrichtungen vergleichbar zu machen, um Best-Practice-Lösungen für die zu finden, die in einem bestimmten Punkt Verbesserungsbedarf haben. Von der Grundidee her schien das zunächst attraktiv. Nachdem Führungskräfte auf einer Managementtagung in Arbeitsgruppen dazu befragt wurde, zeigten sich jedoch Ängste und Verunsicherungen diesbezüglich. „Das haben wir ernstgenommen“, so Weiss. Ein klassisches Instrument, um Einrichtungen anhand von wie auch immer gearteten Soll-/Ist-Zahlen zu bewerten, ist also vom Tisch. Vielmehr ist jetzt Kooperation angesagt: „Wir haben derzeit eine Ausschreibung zum Thema Urlaubsplanung laufen. Wir wollen die Mitarbeiter motivieren, Vorschläge und Ideen einzureichen, um so eine optimale Lösung zu finden, wie Urlaube fair verteilt werden können, ohne dass immer die gleichen Kollegen verzichten oder profitieren und ohne dass es zu Reibereien in den Teams kommt. Wir freuen uns schon auf die Ergebnisse. Am Ende können alle Kollegen davon profitieren.“

 

„Wir sind noch lange nicht am Ende, aber wir sind überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

 Patrick Weiss

 

„Wir sind noch lange nicht am Ziel“, weiß der Geschäftsführer. „Offen, transparent und fair zu sein gelingt nicht immer und nicht überall, aber zunehmend. Es braucht Zeit, bis sich das neue Denken in allen Bereichen verankert hat. Aber wir sind auf einem sehr guten Weg.“ Die ersten positiven Effekte sind deutlich spürbar: Die Bewerberzahlen steigen, die Mitarbeiterfluktuation geht zurück, die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ist positiver denn je, die Mitarbeiter sind engagierter, motivierter und gestalten mit, die Bewohner fühlen sich wohl, in den Einrichtungen ist die Atmosphäre herzlich und zugewandt. avendi entwickelt sich zu einem echten „best place to be“.