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„Vertrauen statt Misstrauen – darin liegt der Schlüssel!“

 –  Aktuelles, Steinbach/TS., Service-Wohnen & Pflege AN DER WIESENAU

Schranken existieren nur im Kopf. Nur wer sich nicht selbst im Weg steht, hat die Chance, die Perspektive zu wechseln und sich zu entwickeln. Jean-Pierre Caracena Silva, Heimleiter in unserer Steinbacher Einrichtung AN DER WIESENAU, hat diese Erfahrung gemacht.

Wir schreiben das Jahr 2016. Die Einrichtung AN DER WIESENAU in Steinbach ist seit über einem Jahr eröffnet. Und es läuft ruhig. Unter Heimleiterin Anke Rinne hat das Team die Startphase gut gemeistert. Doch Anke Rinne hat, ebenso wie PDL Lydia Nechoroschev, Pläne. Beide wohnen im Rhein-Neckar-Raum, von vornherein war geklärt, dass sie die Leitung in Steinbach nur für begrenzte Zeit übernehmen.

An dieser Stelle kommt Jean-Pierre Caracena Silva ins Spiel. Er übernahm die Stelle der Heimleitung sowie der Pflegedienstleitung in Personalunion. In seiner Laufbahn hatte er zuvor nur klassisches Führungsverhalten kennengelernt – und setzte eben dieses nun auch als junger Heimleiter um. „Ich kam in eine regelrechte Abwärtsspirale. Das Inseldasein, das wir hier in Steinbach, eine gute Stunde Fahrt von Mannheim entfernt, erlebt haben, gab mir kaum Orientierungsmöglichkeit. Dazu kam, dass ich merkte, dass ich mit meinem Führungsstil an Grenzen stieß, dass kaum ein Miteinander möglich war. Das machte sich in der Personalsituation bemerkbar: Wir hatten viele Leasingkräfte, viel Fluktuation und wenige Bewerber. Ein Teufelskreis. So kann ein Team nicht funktionieren, das war mir bald klar. Und: Das Leihpersonal schlug sich durch die immensen Kosten natürlich auch im Betriebsergebnis nieder. Im November 2017 erlebte ich den Tiefpunkt Ich war unzufrieden, ich sah mich vor unüberwindbaren Hürden“, erinnert er sich. „Diese Phase war auch innerhalb der Familie eine sorgenvolle Zeit, ich stand kurz vor dem Burnout. Meine Frau war in dieser Phase mein Anker, meine Stütze.“

„avendi hat mir Vertrauen geschenkt“

Ein neuer Weg musste her. Erste Impulse gaben die Workshops in der avendi-Zentrale zum Thema Werteorientierte Unternehmensentwicklung. Und diese Erkenntnisse öffneten ihm die Augen. Er wurde neugierig, las Fachliteratur zum Thema kooperativer Führungsstil, recherchierte und führte viele Gespräche, hausintern im Team, aber auch mit den Kollegen aus anderen Einrichtungen. Und nicht zuletzt gewann er neuen Mut durch avendi, denn: „Man hat mir Vertrauen geschenkt. Anderswo hätten allein die schlechten Zahlen zu einer Kündigung geführt. Bei avendi hat man mir die Chance geschenkt, einen Wandel zu vollziehen. Man hat trotz allem geglaubt, dass ich es schaffen kann. Klar hatte ich Angst, mir die Finger zu verbrennen. Aber ich hatte keine andere Option.“

Ihm wurde bewusst: „Wir können die Herausforderungen nur gemeinsam meistern!“ Der Aha-Effekt kam also durch den Perspektivwechsel auch in der avendi-Geschäftsführung, die Workshops, die Literatur, die Gespräche. „Hilfe annehmen und danach fragen – das war gar nicht so einfach“, so der Heimleiter rückblickend. Jeder habe ganz eigene Ansätze, von jedem habe er etwas lernen können. „Ich habe vom avendi-Netz wirklich profitiert.“

Jean-Pierre Caracena Silva ließ sich auf die neue Philosophie ein, sah so wieder Chancen und Möglichkeiten, begann, wieder an das Gute im Menschen zu glauben. „Vertrauen statt Misstrauen – darin liegt der Schlüssel!“ Der Heimleiter ging vorsichtig an die ersten Schritte: Kommunikation mit den Mitarbeitern. „Ich habe sie nach ihrer Meinung gefragt, habe Vorschläge im Team besprochen und gemeinsam mit ihnen begonnen, diese umzusetzen.“ Die Kollegen fühlten sich nach anfänglichem Erstaunen mitgenommen.

Eines der drängendsten Themen zu dieser Zeit: Die Mitarbeiter wollten mehr Personal. „Mit Unterstützung der Zentralverwaltung und Feel Good Managerin Rafaela Schmitt haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt. Und wir hatten Erfolg: Binnen kürzester Zeit konnten wir 25 neue Kollegen einstellen und auf Leasingkräfte verzichten.“ Endlich gab es Konstanz im Team. „Es musste sich jetzt nur noch finden.“

Transparenz war bei all dem ganz wichtig. „Auch mal selbst Schwäche zeigen, Fehler eingestehen, Denkanstöße annehmen, andere Meinungen nicht nur zulassen, sondern gemeinsam Lösungen erarbeiten.“ Für Jean-Pierre Caracena Silva war das eine Zeit des Perspektivwechsels: „Die Veränderung fängt bei mir selbst an!“. Zunächst habe klar sein müssen, dass die Vision des Miteinanders eine große Bedeutung hat: „Das muss im Team gut kommuniziert werden. Nur so werden Änderungen verstehbar und können ausgehalten werden.“

Diese grundlegend andere Einstellung der Heimleitung stieß in seinem Team nicht nur auf Unterstützung, sondern auf eine regelrechte Eigendynamik. Der Weg schien auf einmal klar: „Wir müssen Interesse füreinander haben, anerkennen, was an allen Stellen geleistet wird. So wie davor, als jeder sein eigenes Süppchen gekocht hat und misstrauisch nach links und rechts geschaut hat, konnte es nicht weitergehen. Als ich meine Einstellung geändert habe, konnten die Kollegen anfangen zu vertrauen. Sie übernahmen selbst Verantwortung. Offene Rückmeldungen über alle Ebenen wurden nicht mehr als Angriff gewertet, sondern angenommen.“

Loslassen, statt das Ruder in der Hand zu halten

All das war natürlich ein langwieriger Prozess. Viele Projekte liefen an: Deutschkurse, die Integration ausländischer Kollegen, die Einführung des Schutzengelsystems, das die Mitarbeiter entlastete, Hauswirtschaftsprojekte... „All das war nur möglich, weil ich Verantwortung abgegeben und eingefordert habe. Ich habe wertgeschätzt, dass die Kollegen mitgezogen haben und ihre Rollen nicht nur angenommen, sondern mit Leben gefüllt haben. Das Verantwortungsbewusstsein im Team hat sich radikal geändert.“

Und das ist spürbar: In Krankheitsfällen finden die Mitarbeiter heute selbst eine Regelung. Herausforderungen sind nicht mehr Probleme, sondern vielmehr Aufgaben, die es zu lösen gilt. Abläufe und Prozesse sind bedarfsgerecht, kein starres System mehr. „Es gibt kein festes Ziel. Es ist ein Prozess und die Dinge entwickeln sich“, so der Heimleiter.

Das habe spürbare Auswirkungen gehabt: Heute sind die Wohnbereichsleitungen in ihre Rollen gewachsen. „Sie sind mittlerweile Dreh- und Angelpunkt in der Einrichtung. Sie haben viel angestoßen, was in den Abläufen immer als Problem gesehen wurde. Manchmal waren es Kleinigkeiten, die aus ihrer Sicht besser gelöst werden können – wie die Optimierung der Essensbestellungen oder die Dienstbekleidung. Das hat sie selbstbewusst gemacht. Und wir haben noch einiges miteinander vor“, freut sich Jean-Pierre Caracena Silva auf die nächsten Schritte, die schon in Planung sind.

Heute, zwei Jahre nach seinem Tiefpunkt, zieht der Heimleiter eine durch und durch positive Bilanz: „Die Krankheitsquote ist niedrig, die Fluktuation hat sich stabilisiert, das Betriebsergebnis ist positiv. Und das Team hat sich gefunden und ist enorm zusammengewachsen. Das alles war nicht einfach, aber es hat sich gelohnt!“

Das findet auch Geschäftsführer Patrick Weiss: „Der Weg hin zu einem vertrauensvollen und verantwortungsbewussten Miteinander innerhalb der Teams ist sinnvoll und gut, aber er kann zwischendurch durchaus anstrengend sein. Dessen sind wir uns bewusst. Aber das ist die Zukunft. Wie das in den Einrichtungen umgesetzt wird, ist ein dynamischer Prozess, der nicht nach Schema F laufen kann. Wir geben den Teams den Freiraum, um sich selbst zu entwickeln und eigene Ansätze zu entdecken und umzusetzen.“

 

Schlüsselposition Wohnbereichsleitung:
Gestärkt in die Zukunft

Es ist Anfang Juli. Es ist heiß – und das seit Tagen. Die erste große Hitzewelle des Jahres sorgt auch im Frankfurter Raum für manches Ächzen und Stöhnen. Im Pflegeheim muss man an solchen Tagen besonders aufmerksam sein und auf die Bewohner achten.

In der avendi-Einrichtung AN DER WIESENAU haben sich Heimleiter Jean-Pierre Caracena Silva und seine Wohnbereichsleiterinnen Edda Fister- Ollrogge und Floriana Krammer schon Gedanken gemacht, wie man den Bewohnern etwas Erleichterung verschaffen kann und worauf bei so hohen Temperaturen besonders zu achten ist. Jetzt sitzen sie wieder zusammen. „Wie läuft’s?“, will der Chef wissen. „Wissen alle, worauf es ankommt?“

Es ist nicht selbstverständlich, dass HL und WBL so vertraut die Köpfe zusammenstecken, sich austauschen und besprechen. Es gab auch Zeiten, in denen das zu kurz kam. Doch Caracena Silva hat seinen Führungsstil komplett verändert. „Wir kommunizieren besser miteinander. Ich nehme alle, gerade die WBL, mehr in die Verantwortung als früher“, erklärt er die wichtigste Veränderung. „Ich habe gelernt, dass man das Ruder auch mal abgeben muss.“

Sein Team belohnt diese Erkenntnis mit tollem Engagement. Auch die WBL, die für ihre Mitarbeiter nun ganz klar die direkten Ansprechpartner sind, spüren das jeden Tag. „Es macht gerade richtig Spaß, hier zu arbeiten“, sagt Edda Fister-Ollrogge, die es als ihre Aufgabe sieht, das Team weiter zu einer eingeschworenen Einheit zu formen. Sie und ihre WBL-Kollegin erinnern sich noch gut an ganz andere Zeiten in der Steinbacher avendi-Einrichtung – an schlechtes Schlafen, das Gedankenkarussell, das sich nicht aufhalten lässt, und ans mulmige Gefühl, wenn man an den nächsten Arbeitstag denkt.

Rückblick: Jean-Pierre Caracena Silva übernimmt 2016 die Leitung des Hauses. Seine Aufgabe stellt sich für ihn jedoch als weitaus schwieriger heraus, als er zuvor angenommen hat. Wenn er heute zurückdenkt, kann er das Problem klar benennen: „Es gab zweifelsfrei tolle Mitarbeiter, die aber nie ein Team waren. In jedem Bereich wurde gearbeitet, aber nicht miteinander. Und die daraus resultierende Unzufriedenheit unter den Kollegen sorgte für eine hohe Fluktuation.“ Damit begann ein Teufelskreis. Die Belastung für die Zurückbleibenden stieg immer weiter, vor allem, weil es oft lange dauerte, bis die freien Stellen wieder adäquat besetzt werden konnten. So ließ sich lange kein stabiles Team aufbauen.“

Diese Phase machte auch Floriana Krammer zu schaffen, die 2017 Wohnbereichsleiterin wurde, aber schon seit Eröffnung der Einrichtung in Steinbach ist und die turbulenten Jahre voll miterlebt hat. Sie spricht von einer schwierigen Zeit mit schlaflosen Nächten. Krammer: „Wir haben dann viel mit Leasing-Kräften gearbeitet. Aber die musste ja jemand anleiten – dafür war aber eigentlich kaum Zeit. Bei der großen Verantwortung, die man trägt, war diese Situation sehr belastend.“

Umso glücklicher ist sie über die Entwicklung, die „ihr“ Haus in den vergangenen Monaten vollzogen hat. Die Zeiten, in denen Krammer mit flauem Gefühl Richtung Arbeit gefahren ist, sind endlich vorbei. „Es hat sich ein richtiges Team gefunden“, freut sie sich mit Edda Fister-Ollrogge. Diese kam 2015 der Liebe wegen aus Sachsen-Anhalt nach Steinbach und arbeitete zunächst als Pflegehilfskraft.

Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung

Dass ihr nun nach und nach mehr Aufgaben zufallen, findet sie gut – in ihrem Fall war es sogar ein ausschlaggebender Punkt, im Rhein-Main-Gebiet zu bleiben. „Ich habe einige Zeit überlegt, ob ich zurück in die Heimat soll“, so Fister-Ollrogge. Aber die Möglichkeit, als Hilfskraft WBL zu werden und an einer Neustrukturierung mitwirken zu können, habe alles verändert. Sie sieht das Übertragen von mehr Verantwortung auf die WBL als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. „Wir sind jetzt offiziell für unsere Mitarbeiter erste Anlaufstelle. Außerdem entscheiden wir bei Neueinstellungen mit, führen Feedbackgespräche und übernehmen überhaupt viel mehr Verantwortung als noch vor einem Jahr.“

Der Gedanke dahinter: Es reicht nicht, von Mitarbeitern nur verantwortliches Handeln zu fordern, man muss Verantwortung aktiv übertragen. Das schafft ein Miteinander, das von Vertrauen geprägt ist und vielen Stürmen des Alltags standhält. Die Rolle der WBL zu stärken und so stabilere Teams zu schaffen – das ist auch schon länger Thema in der avendi-Zentralverwaltung.

Der Gedanke passt zur Unternehmensphilosophie. Nicht umsonst starten das Zentrale Qualitätsmanagement und Feel Good Managerin Rafaela Schmitt gerade mit WBL-Runden, um die Rolle der avendi-Wohnbereichsleiter für die Zukunft neu zu definieren. Mit den HL und PDL, die zum Thema schon in der Managementtagung erste Impulse erarbeitet haben, sollen die WBL perspektivisch viel enger zusammenarbeiten. Fachliche, organisatorische und betriebswirtschaftliche Qualifikationen sowie Führungsaufgaben werden in den Fokus genommen. Es geht darum, sinnvolle Lösungen für die einzelnen Einrichtungen zu finden, die auch zu ihnen passen.

Prima, wenn es schon erste Erfahrungen aus Steinbach zum Auswerten gibt. Rafaela Schmitt betont: „Ich denke, dass die Neudefinierung der drei Rollen HL, PDL und WBL einen positiven Effekt auf alle Beteiligten haben wird; insbesondere die Teams werden in ihrer Eigenverantwortlichkeit gestärkt, was gut und wichtig ist.“